Stellungnahme eines CI-Trägers zur CI-Versorgung

Nils-Odin Wirsching ist 22 Jahre alt und binaural mit Cochlea-Implantaten versorgt. Wie sich das anfühlt und wie man damit lebt, das schildert der junge Mann aus Freienwill in der Nähe von Flensburg nun in einem rund sieben Minuten langen Videoclip, den er auf YouTube gestellt hat. Mit seinem selbstgedrehten Video will er über das Leben mit CIs aufklären sowie Ängste, Verunsicherungen und Vorteile abbauen, die Schwerhörigen und Gehörlosen das Leben schwer machen.

Sein eigenes Leben jedenfalls lebt Nils-Odin Wirsching nicht sonderlich anders als viele normalhörende Twens. Im Sommer dieses Jahres wird er seine Ausbildung als Erzieher abschließen, mit Freunden macht er Musik, er hat einen Führerschein – soweit, so normal.

Dazu motiviert, dieses Video zu drehen und ins Netz zu stellen, haben ihn seine Erfahrungen in einer Facebook-Gruppe für Gehörlose, Schwerhörige und CI-Träger. So war ihm in dieser Info-Gruppe aufgefallen, wie viele negative Erfahrungsberichte vor allem mit Bezug auf CIs  dort zu lesen waren. Also schrieb Nils-Odin Wirsching seine eigenen Erfahrungen auf – und erhielt überwältigendes Feedback. Daraufhin drehte er nun dieses Kurzportrait von sich, um „einfach mal zu zeigen: hier, ein CI ist gar nicht so schlimm“. Man kann vieles erreichen, viele Wege stehen einem offen, das ist Wirschings Botschaft.

In dem Film wird nicht nur erklärt, wie ein CI funktioniert. Auch berichtet Nils-Odin Wirsching von seiner Biografie und wie er als achtjähriger sein erstes Hörimplantat bekommen hat. Dazu kommen Freunde zu Wort und schildern ihre Sicht auf Nils-Odin. Und auch die Bedenken der Gehörlosen-Community gegenüber Ärzten, die sich durch das Implantieren „nur bereichern“ wollten, kommen in dem Film zur Sprache. Für Nils-Odin Wirsching freilich sind CIs „eine perfekte Erfindung“, ohne die er heute nicht der wäre, der er ist.

Zu sehen gibt es den Film.

Für Gehörlose wird der Film von einer Gebärden-Dolmetscherin übersetzt.