Bedeutung des Resthörvermögens bei Cochlea-Implantaten

Der Stiftungspreis ist mit 15.000€ dotiert


Der Vorsitzende der GEERS-Stiftung Prof. Gottfried Diller (l.) und Frans Geelen (r.) aus dem Kuratorium überreichen
den Stiftungspreis 2016 an Dr. Ing. Tobias Rader. (Foto: Geers Stiftung)

Die GEERS-Stiftung hat Dr.-Ing.Tobias Rader von der Universität Mainz mit dem Stiftungspreis 2016 ausgezeichnet. Rader hat durch neue Messmethoden und Modelle die Bedeutung des Resthörvermögens bei einer Versorgung mit einem Cochlea-Implantat wissenschaftlich nachgewiesen. „Eine Kombination von elektrischen und akustischen Impulsen wird schon länger eingesetzt, aber mit den Arbeiten von Dr. Rader haben wir nun eine valide Grundlage“, erklärte Prof.


Gottfried Diller bei der Preisverleihung während des 18. Multidisziplinären Kolloquiums der GEERS-Stiftung in Berlin. Die Arbeiten des Preisträgers trügen wesentlich dazu bei, dass das Resthörvermögen bei einer Cochlea Implantat (CI)-Versorgung weitestgehend erhalten und optimal eingesetzt würde.
 
Mit dem Stiftungspreis der GEERS-Stiftung zeichnet die multidisziplinäre Preisjury herausragende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten aus dem Bereich der Ursachenforschung, der Früherkennung und der Therapie von Hörschäden aus.
 
Der Stiftungspreis ist mit 15.000 Euro der höchst dotierte Preis der Hörforschung. Für Tobias Rader ist die Auszeichnung eine große Wertschätzung seiner Arbeit, die er bereits an der Technischen Universität München begann. Heute ist der 37-Jährige Leiter der Abteilung Audiologische Akustik an HNO-Klinik der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz.
 
Bei der Laudatio hob Gottfried Diller die Ergebnisse im Bereich Tonhöhenwahrnehmung hervor. Nach den durch Tobias Rader gewonnen Erkenntnissen ist ein gutes Sprachverstehen von CI-Trägern in schwierigen Hörsituationen stark von dem nutzbaren akustischen Hörvermögen abhängig. Es sendet wichtige zusätzliche Informationen an das Gehirn. „Diese Erkenntnis unterstützt die Forderung nach einem behutsamen Umgang mit dem Resthörvermögen bei der CI-Versorgung“, so der Vorsitzende der GEERS-Stiftung, Gottfried Diller.