Tinnitus und Hörverlust durch Covid-19?

Studien


Abbildung: Wikipedia / Centers for Disease Control and Prevention

Offenbar kann eine Infektion mit dem Corona-Virus auch Auswirkungen auf das auditorische System haben. Das berichten zumindest verschiedene Medien. Demnach soll bei knapp 15 Prozent der Menschen, die eine Corona-Infektion durchlitten, auch ein Tinnitus aufgetreten sein. Knapp acht Prozent klagen zudem über Hörverlust.

Inwieweit es hier einen konkreten Zusammenhang gibt, gilt jedoch noch als unklar. Allerdings berichten die beiden Forscher Prof. Kevin Munro und Ph D Ibrahim Almufarrij von der Universität Manchester von signifikanten Hinweisen, dass eine Covid-19-Erkrankung auch Auswirkungen auf das auditorische System haben kann. „In den letzten Monaten habe ich unzählige E-Mails von Menschen erhalten, die über Veränderungen ihres Hörens oder Tinnitus nach Covid-19 berichteten“, zitiert Focus.de Kevin Munro. Nun soll auch dieser mögliche Langzeiteffekt genauer untersucht werden.
 
56 Studien haben Munro und Almufarrij bereits ausgewertet, die auf einen Zusammenhang von Covid-19 und auditorischen Problemen hinweisen. Davon berichten die beiden Forscher hier https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14992027.2021.1896793
 
Die Daten der Studien basieren auf Selbstauskünften und allgemeinen Befragungen zu Covid-19-Symptomen. Nun soll das genauer untersucht werden. „Es besteht ein dringender Bedarf an einer sorgfältig durchgeführten klinischen und diagnostischen Studie, um die langfristigen Auswirkungen von COVID-19 auf das auditorische System zu verstehen“, sagt Kevon Munro auf tandfonline.com. „Es ist auch bekannt, dass Viren wie Masern, Mumps und Meningitis einen Hörverlust verursachen können; über die auditiven Auswirkungen des SARS-CoV-2-Virus ist wenig bekannt."
 
Professor Munro leitet nun eine für ein Jahr angelegte Studie, um die möglichen Langzeitfolgen von Covid-19 auf das Gehör bei Menschen zu untersuchen, die wegen ihrer Corona-Infektion in einer Klinik behandelt wurden.