The State of Hearing 2019: Deutsche wissen am besten, wo man einen Hörtest bekommt

AUFKLÄRUNG


The State of Hearing 2019 (Abbildung: Cochlear)

Wenn es um die Frage geht, wo man einen Hörtest absolvieren kann, sind die Menschen in Deutschland im internationalen Vergleich am besten informiert. 42 Prozent der hierzulande Befragten wussten, wen sie für einen Hörtest aufsuchen müssten. Das geht aus dem im Oktober vorgestellten Bericht „The State of Hearing 2019“ hervor. 

Der Bericht wird jährlich vom CI-Hersteller Cochlear in Auftrag gegeben, um im Rahmen der Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für das Thema Hörverlust zu sensibilisieren sowie die Wahrnehmung von Hörverlust zu erkunden und zu verändern. Für den Report werden Menschen in Australien, Deutschland, Japan, Großbritannien und den USA befragt, um herauszufinden, wie das Thema Hören vom Einzelnen und von der Gesellschaft gesehen wird. Etwa 7.200 Menschen sollen für die aktuelle Erhebung befragt worden sein, darunter auch 1.051 Personen mit Hörverlust.

Die Ergebnisse des „The State of Hearing 2019“-Reports geben in einigen Punkten auch für Deutschland zu denken. So werde die nachlassende Hörfähigkeit „häufig als unvermeidliche und hinnehmbare Folge von Alterung verstanden“, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung. Dies hätten insgesamt 71 Prozent der Befragten gesagt. Die von der WHO im Jahr 2014 getätigte Aussage, nach der „das Thema Hörgesundheit zumeist nicht die Aufmerksamkeit und die Ressourcen erhält, die es verdient“, wird durch den aktuellen Report also einmal mehr bestätigt. Gleichzeitig seien die Konsequenzen eines Hörverlusts dem überwiegenden Teil der Befragten „durchaus bewusst“.

Mit Blick auf Deutschland fördert der Bericht außerdem zutage, dass jeder zweite Befragte ein Familienmitglied mit eingeschränktem Gehör habe. 80 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer fanden, dass ein gemindertes Gehör Beziehungen beeinträchtige, 62 Prozent sagten, Hörverlust führe zu gesellschaftlicher Isolation. 84 Prozent sehen Auswirkungen auf die Kommunikation mit Familie und Freunden, 39 Prozent sehen weniger Chancen im Beruf und 92 Prozent bewerteten Hören als wichtigen Teil der Lebensqualität. Andererseits halten laut der Umfrage auch 64 Prozent der befragten Deutschen Hörverlust für einen „unvermeidlichen und hinnehmbaren Aspekt des Alters". Diese Haltung, bilanziert der „The State of Hearing 2019“-Report, führe zu Versäumnissen im Bereich der Hör-Prävention – zumal „vielfach belegt“ sei, dass ein Hörtest der erste Schritt zu „einem klaren Plus an sozialen Kontakten und Lebensqualität sein könne“.