Kind eröffnet Flagship-Store in Hannover

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Historischer Standort: das neue Kind-Geschäft in Hannover (Foto: Innocentia)

Ende November hatten Martin Kind und sein SohnAlexander die Presse zu einer Eröffnungsparty in die Karmarschstraßein Hannover eingeladen. Genau dort, wo 1952 das erste Fachgeschäft von Werner Kind eröffnet wurde, entstand durch einige Umbauten die größte und eleganteste Filiale der Firma Kind Hörgeräte GmbH & Co. KG.

Bei Sekt und Finger-Food wurden die 200 Gäste von Alexander und Martin Kind begrüßt und anschließend durch das geräumige Geschäft mit seiner vielfältigen Brillenpräsentation und seinen Hörstudios geführt. Dann ergriff der Senior das Mikrofon und dankte allen Mitarbeitern für ihr großartiges Engagement, ohne das sich die Firma nicht so erfreulich hätte entwickeln können. Er hoffe, dass auch sein Enkel Nicolas, auf den er wegen seiner Leistungen in der Schule und beim Sport sehr stolz sei, eines Tages als vierte Generation in die Firma eintreten wird, um ihre Tradition fortzuführen. 

Die Besonderheit des neuen Geschäfts in Hannovers Zentrum liegt nicht nur in dem modernen, ganz in weiß gehaltenen Innendesign (draußen dominiert weiter das Blau), sondern auch in dem zweispartigen Konzept von Akustik und Optik, das eine Idee seines Sohnes Alexander war. Es ist das achtzigste Optik-Akustik-Geschäft der Firma, womit der ehrgeizige Plan für dieses Jahr erfüllt ist. Im nächsten Jahr soll es zügig weitergehen. Dr. Alexander Kind ist zuversichtlich, dass man bald die zweihundertste Eröffnung feiern könne. 
Das neue Konzept zeugt von unternehmerischer Risikobereitschaftdenn es ist in der Liga der Großfilialisten ein Novum und eine Garantie, dass es aufgehen wird, gibt es nicht. Auf dem Land und in den Kleinstädten waren zweispartige Geschäfte durchaus üblich, aber in den Metropolen eine Ausnahme. Ihr Vorteil war es immer gewesen, dass der Optiker rechtzeitig in Erfahrung bringen konnte, ob sich bei einem seiner Kunden die Notwendigkeit zu einer Hörgeräteversorgung andeutet. Mancher Kunde blieb dann gleich bei ihm anstatt sich einen Akustiker zu suchen. Der langfristige Trend ging aber jahrzehntelang zum reinen Akustikgeschäft, um über die Spezialisierung hörakustische Kompetenz zu signalisieren und einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Solche Trends sind aber nicht notwendigerweise unumstößlich. Sie können sich manchmal auch eines Tages in ihr Gegenteil verkehren. 

Die anderen Großfilialisten werden jetzt ins Grübeln kommen. Soll man sich jetzt auch für die Optik öffnen oder lieber nicht? Will man es, dann ist der Vorsprung, den Kind in kürzester Zeit gewonnen hat, so schnell nicht aufzuholen. Für Martin Kind ist das kein Problem. Das sei eben der Wettbewerb, und dem müsse man sich stellen. Das war schon immer seine Philosophie, und bisher hat er immer Erfolg damit gehabt.