Hearing4all erhält Förderung für sieben weitere Jahre

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Freuen sich über den Erfolg in der Exzellenstrategie: Sprecher der Exzellenzclusters Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier (Mitte) mit weiteren leitenden Wissenschaftlern der Universität. (Foto: Universität Oldenburg)

Der Exzellenzcluster-Antrag „Hearing4all: Medicine, Basic Research and Engineering Solutions for Personalized Hearing Care“ (Hören für Alle: Medizin, Grundlagenforschung und technische Lösungen für personalisierte Hörunterstützung) wird für sieben weitere Jahre gefördert. Das meldete die Universität Oldenburg Ende September. Die Fördersumme soll bei 55 Millionen Euro liegen.

„Der erneute Erfolg des Clusters ,Hearing 4all‛ist ein Beleg für das hohe Niveau der Hörforschung in Niedersachsen. Der Forschungsverbund geht den Weg in Richtung einer personalisierten Medizin mit Grundlagenforschung und Ansätzen für die Anwendung weiter. Die Forscherinnen und Forscher verbessern damit die Lebensqualität einer Vielzahl von Patientinnen und Patienten“, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler nach Bekanntgabe der geförderten Cluster. Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper wertet die erneute Förderung als „großen Erfolg für unsere Universität, unsere Universitätsmedizin und unsere starken Partner“. Die Hörforscherinnen und -forscher könnten nun „aufbauend auf ihrer langjährigen Erfahrung und wissenschaftlichen Kompetenz weiter an ihren ehrgeizigen Zielen arbeiten“.

Für den Sprecher des Exzellenzclusters, Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, bedeutet die erneute Förderung, dass man sich wieder „zu dem Kreis der absoluten Spitzenforschung in Deutschland“ zählen könne. Man werde die Arbeit „mit aller Kraft fortsetzen“, um so speziell auf die Bedürfnisse von Betroffenen zugeschnittene Lösungen für alle Formen der Schwerhörigkeit zu entwickeln. Klinischer Sprecher des neuen Clusters ist Prof. Dr. Thomas Lenarz, Klinikdirektor der Hals-Nasen-Ohrenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover. Für ihn ist die Zusage einerseits eine „Anerkennung für unsere geleistete Forschung“. Andererseits nehme man den Auftrag „gerne“ an, die Forschung weiterzuführen, etwa um neue Therapieformen mit und um die Cochlea-Implantate zu entwickeln.

Das neue Exzellenzcluster soll seine Forschung in vier Strängen bündeln. Im Ersten soll das komplexe Wechselspiel zwischen Hören, Wahrnehmen und Verarbeiten im Gehirn erforscht werden. Im Zweiten verfolgt man das Ziel, eine virtuelle vielsprachige Hörklinik aufzubauen. Im dritten Strang sollen individuell gezielte Diagnose- und Behandlungsverfahren für Patienten mit mittleren bis starken Einschränkungen und kompletter Gehörlosigkeit entwickelt werden. Im Vierten soll schließlich eine grundlegend neue Systemtechnologie für die Hörgeräte der Zukunft entstehen.