Mit ihrer neuen Kampagne will die FGH Fachbetriebe als erste Anlaufstelle in Sachen Hören positionieren

öffentlichkeitsarbeit


FGH-Geschäftsführer Christian Hastedt

Die Fördergemeinschaft Gutes Hören hat eine neue Kampagne lanciert. Ihr Ziel: Hörakustiker*innen in der breiten Bevölkerung als Ansprechpartner Nummer 1 in Sachen Hören zu positionieren. 

Mit der langfristig angesetzten Kampagne will sich die Institution auch potenziellen Mitgliedern empfehlen. Ein Besuch in der Geschäftsstelle.
 
Seit drei Jahren lässt die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) von YouGov einmal jährlich eine Umfrage durchführen. Mit Hilfe des Meinungsforschungsinstituts möchte man herausfinden, wer für Betroffene der wichtigste Ansprechpartner ist, wenn es ums Hören geht. Stand heute und wenig überraschend ist das der HNO-Arzt. Demgegenüber die Leistungsvielfalt und Beratungskompetenz der Hörakustik in der öffentlichen Wahrnehmung zu positionieren, dafür tritt derzeit das Team der FGH mit einer großen Kampagne an.
„Wir wollen den Menschen den Wert des guten Hörens näherbringen und deutlich machen, welchen Anteil die Hörakustik bei Vorsorge, Beratung und Hörerfolg mit Hörsystemen hat“, erläutert Geschäftsführer Christian Hastedt.

Sich bei Hörproblemen direkt an Hörakustiker*innen zu wenden, liege ohnehin auf der Hand, meint Christian Hastedt. „Schon lange vor einer Entscheidung für Hörsysteme kann ein Akustiker auf kurzem Wege, mit weniger Berührungsängsten und zudem kostenlos schon eine Menge leisten.“ Mit der Kampagne will man die Hörakustiker*innen also aus der typischen Kontaktfolge der Versorgung herausholen und als Experten für das gute Hören positionieren. Die Fachbetriebe für Hörakustik als erste Anlaufstelle sozusagen.
 
Die Kampagne
Die Motive der ersten Kampagnenphase zeigen unter anderem einen Paraglider, eine Mechanikerin, eine Motorradfahrerin oder einen Pianisten – allesamt Hör-Individualisten, die von der Hörakustik profitieren. Die Fotos wurden eigens für die FGH geschossen. Und auch, wenn man bei den Motiven nicht unbedingt sofort den Zusammenhang mit der Hörakustik erkennt, haben die Hobbys der abgebildeten Menschen auch etwas mit Hören respektive mit dem Angewiesen-Sein auf gutes Hören zu tun. Zudem beinhalten die Motive Botschaften wie „Ich liebe meinen Hörakustiker, weil er frischen Wind in mein Hören bringt“ (Paraglider). „Wir wollen damit die Lebensqualität kommunizieren, die sich einstellt, wenn man gut hören kann“, erklärt Christian Hastedt. Hörsysteme werden im Rahmen der Kampagne nicht explizit erwähnt. „Wichtig sind hier die Hörakustiker, die die Hörgeräte anpassen. Ohne die bringen Hörgeräte schließlich nichts.“ Als Absender steht auf den Plakaten, Postern, Anzeigen, Postkarten und Social Media Posts: „Wir machen Hören gut. Ihre Hörakustiker“. Der Slogan wird eines der bleibenden Elemente der auf mindestens drei Jahre angelegten Kampagne sein – genau wie das stilisierte graue Ohr mit dem roten Punkt, das Logo der FGH, das sich auf sämtlichen Werbemitteln der Fördergemeinschaft findet.


„Lebensqualität kommunizieren.” Motiv der aktuellen FGH-Kampagne

Dass man bei der FGH in dieser Sache langfristig denkt, liege schlicht daran, dass „solche Veränderungen Zeit brauchen“, erklärt Medienreferent Karsten Mohr. Inwieweit die Menschen dann tatsächlich in drei Jahren die Hörakustiker als erste Anlaufstelle nennen, geht es um ihren Hörsinn, „werden wir regelmäßig überprüfen und bei Bedarf die Maßnahmen nachjustieren“, so Mohr.

Die Kampagnenmotive hängen auch bei Christian Hastedt im Büro in der Hannoveraner Königsstraße. Daneben stehen auf einem Sideboard einige „Pegasus“-Trophäen, die der FGH einst für frühere gelungene Werbekampagnen verliehen wurden. Zukunft und ruhmreiche Vergangenheit der Fördergemeinschaft auf einen Blick.

Die Motive „bringen frischen Wind in die Branche“, sagt Christian Hastedt. Bei den Gesellschaftern der FGH, der Europäischen Union der Hörakustiker e. V. (EUHA) und dem Fachverband Deutscher Hörakustiker (FDH), sehe man das genauso. Im Herbst dieses Jahres sind die Motive vielerorts als Großplakate zu sehen, vorzugsweise in der Nähe von Fachbetrieben, die auch FGH-Mitglied sind. Das Logo der Fördergemeinschaft auf den Plakaten sowie die Poster und das Logo in den Betrieben sorgen dabei für den Wiedererkennungswert.

Für die Platzierung der ersten Plakat-Serie in ihrer Nähe konnten sich die Mitgliedsbetriebe vorab bei der FGH bewerben, alles weitere organisiere die Fördergemeinschaft. Flankiert wurden die Plakate von Advertorials und Anzeigen in Gesundheits-, Publikumszeitschriften und Online-Portalen. Im Frühjahr 2021 soIl die Aktion wiederholt werden, danach werde „die zweite Stufe der Kampagne mit neuen Motiven gezündet“. Die wird dann, statt der Hör-Individualisten, Hörakustiker*innen zeigen. „Damit stellen wir die Akustiker selbst in den Mittelpunkt, so dass die in aller Öffentlichkeit sagen: ‚Ich helfe Ihnen beim guten Hören‘ oder ‚Wir machen Hören gut‘“, erklärt Christian Hastedt.

Dass die FGH mit ihren Aktivitäten nicht allein ihren Mitgliedern hilft, sondern der gesamten Branche, liegt in der Natur der Sache. „Unsere Aktivitäten und Maßnahmen fördern die Akzeptanz und den Abverkauf von Hörgeräten“, sagt Christian Hastedt. Aufklärungsarbeit für die gesamte Branche gehört seit jeher zu den Aufgaben der Fördergemeinschaft Gutes Hören. Einerseits. Andererseits legt man bei der FGH natürlich Wert darauf, den Mitgliedsbetrieben zur Seite zu stehen und Vorteile zu verschaffen. Das spiegelt nicht nur das Angebot der Nutzung von Großplakatflächen. Mit Advertorials, also redaktionell anmutenden Anzeigen in reichweitenstarken Publikums- und Gesundheitszeitschriften macht die FGH zum Beispiel auf ihr hearPhone aufmerksam. Diesen einfachen, mobilen Hörtester können Interessierte bei der FGH per Mail, telefonisch oder auf einer Landingpage (hearphone.de) kostenlos anfordern. Wer das hearPhone bestellt, erhält Adressen von Mitgliedsbetrieben in der Nähe gleich mitgeliefert. „So wissen die Interessenten, wohin sie gehen müssen, wenn sie ihren Ohren etwas Gutes tun wollen“, erklärt Karsten Mohr. „Das ist unaufdringliche Leadqualifizierung, die nachhaltiges Kundenvertrauen schafft und einen exklusiven Vorteil für die FGH-Mitglieder darstellt.“


„Kleines, konzentriertes Team.” Julia Strauch, Martina Sommer, Karsten Mohr und Christian Hastedt (v. li.)

Status quo

Neue Mitglieder zu gewinnen ist auch für die FGH „sehr wichtig“, sagt Christian Hastedt. Deswegen plant man in Hannover, auch innerhalb der Branche wieder vermehrt auf die eigenen Aktivitäten aufmerksam zu machen. „Nur weil  die FGH so lange existiert, können wir nicht erwarten, dass junge Gründer wissen, was es bei uns alles gibt“, sagt Christian Hastedt. Marketing in eigener Sache ist eben auch notwendig.

Die Mitglieder der FGH setzen sich aus inhabergeführten Betrieben zusammen, von Unternehmern mit einem einzelnen Betrieb bis hin zu kleineren und mittelgroßen Ketten. Nicht dabei sind die großen Filialisten. Zwar saß auch ein Martin Kind zu alten Zeiten noch im Werbebeirat der Fördergemeinschaft und engagierte sich für ihre Aktivitäten, doch heute verfolgen die Großen ihre eigenen Werbekonzepte. Alle anderen hingegen könnten von einer FGH-Mitgliedschaft nur profitieren. Denen biete man viele „exklusive Vorteile“, wie Christian Hastedt sagt.
Mit ihren Aktivitäten klärt die Fördergemeinschaft die Bevölkerung nicht nur über die Wichtigkeit des Hörens auf. Viele Aktionen zielen auch darauf ab, potenzielle Kundschaft für die Mitglieder zu generieren. Neben den bereits erwähnten Kampagnen, auf die man viel positives Feedback von den Mitgliedern erhalte, zählen hierzu vor allem die Aktivitäten mit dem Hörmobil.

 „Die Mitglieder der Fördergemeinschaft können eines der aktuell drei Hörmobile für einen Aktionstag zu günstigen Konditionen anmieten“, erläutert Projektleiterin Julia Strauch, seit diesen März fest im FGH-Team. Seinerseits müsse das FGH-Mitglied lediglich eine Fachkraft stellen, die im Hörmobil die Hörtests durchführt und als Aushängeschild des Betriebes in Erscheinung tritt. Alles weitere organisiert die FGH. „Wir schicken unsere Promoter mit inzwischen jahrelanger Erfahrung, die unter anderem die Interessierten an die Hörtests heranführen, zu den Einsätzen“, so Julia Strauch weiter. Und sollte es eine Standgenehmigung für das Hörmobil brauchen, kümmert sich die Fördergemeinschaft auch darum, so dass der Partnerbetrieb im Vorfeld so gut wie keinen extra Aufwand habe.


„Das ist unaufdringliche Leadqualifizierung.” FGH-Medien-Referent Karsten Mohr

Wer einen Hörtest macht, erhält außerdem den Hörpass der FGH, in dem der Hörstatuts festgehalten wird. Das führe dazu, dass einige Interessierte aktiv nach Aktionen mit dem Hörmobil Ausschau hielten, um einen neuen Stempel in ihrem Hörpass zu erhalten, ergänzt Christian Hastedt.

Im Ergebnis führe so ein Aktionstag zu Kontakten mit vielen potenziellen Kunden für den jeweiligen Mitgliedsbetrieb. „Wir haben noch nie gehört, dass sich der Einsatz des Hörmobils nicht gelohnt hätte“, sagt Christian Hastedt. Wer die Aktion zu nutzen wisse, gewinne im Schnitt 15 neue Kunden pro Einsatztag. Darüber hinaus schaffe man sich, betont der FGH-Geschäftsführer, mit der Aktion ein Alleinstellungsmerkmal.

Auch junge Leute ließen sich mit der Hörmobil-Aktion ansprechen. Die lässt man zum Beispiel mit dem Quattro Check, einem im Auftrag der FGH entwickelten Gerät, testen, was sie ihrem Gehör durch das Hören lauter Musik über Kopfhörer zumuten. Das werde von vielen Jugendlichen interessiert aufgenommen.

Andersherum erhält die FGH durch die Hörmobil-Aktionen, die derzeit wegen der Corona-Pandemie freilich nicht stattfinden können, auch selbst etwas. Über 200.000 Hörtests seien in den letzten zehn Jahren im Rahmen der Hörmobil-Aktionen durchgeführt worden, auch an Schulen, berichtet Christian Hastedt. Und selbst, wenn der Durchschnitt der Menschen, die im Hörmobil einen Hörtest machen, nicht ganz dem gesamtgesellschaftlichen Durchschnitt entspricht, weil wohl vor allem Interessierte, von denen nicht wenige vermutlich schon einen Hörverlust haben, den Hörtest absolvieren, lassen sich auf Basis der Auswertungen Aussagen treffen, mit denen die FGH öffentlichkeitswirksam arbeiten kann. Die Zahlen fließen zum Beispiel in Pressemitteilungen ein, die die FGH in verschiedenen Medien lanciert.


„Man sagt uns nach, wir seien das Sprachrohr der Branche”

Medial Aufmerksamkeit erzeugen

Vor einiger Zeit platzierte man die Advertorials noch in TV-Programmzeitschriften wie der Hörzu oder der TV Digital. Inzwischen hätten sich allerdings Lesegewohnheiten geändert und Gesundheitsmagazine als nachhaltiger erwiesen. Durch Trackings ließe sich gut nachverfolgen, wie unsere Aktionen wirken, berichtet Christian Hastedt. „Dadurch können wir sehr gut selektieren und bei Bedarf schnell reagieren“, sagt er.

Die ebenfalls von der FGH initiierte Woche des Hörens findet inzwischen vor allem medial statt, eben mit Advertorials und normaler Berichterstattung. Aktionen der Partnerbetriebe werden hierzu nicht mehr forciert.

Überhaupt: Das Know-how und die Erfahrungen, über die die 1966 gegründete FGH verfügt, dürfte die Fördergemeinschaft in den Bereichen Aufklärungsarbeit und neutraler Werbung für die Branche einzigartig machen. „Man sagt uns nach, wir seien das Sprachrohr der Branche“, erzählt Christian Hastedt. „Die FGH ist zwar kein gemeinnütziger Verein, aber sie will nicht vordergründig etwas verkaufen, sondern die Leute dazu bringen, etwas für ihre Gesundheit zu tun“, sagt er. Das sei ihr ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal. Davon profitieren die Hörakustiker*innen und ließen sich so für eine Mitgliedschaft gewinnen, weil diese Institution etwas für das Ansehen des Berufes in der Bevölkerung tue.

Um diesen Job erledigen zu können, ist die Fördergemeinschaft gut aufgestellt. Nach zehn Jahren als Geschäftsstellenleiter ist der jetzige Geschäftsführer Christian Hastedt voll im Thema. Bei der täglichen Arbeit stehen ihm Martina Sommer und Julia Strauch zur Seite. Julia Strauch arbeitete vorher in der Werbeagentur, die die FGH lange Zeit betreute, so dass auch sie mit den Aufgaben und Themen der Fördergemeinschaft längst vertraut ist. Komplettiert wird das Team von Karsten Mohr als Pressereferent und externer Berater. „Mit diesem kleinen, konzentrierten Team müssen wir nicht mehr groß auf Dienstleister zurückgreifen“, sagt Christian Hastedt. „Darauf bin ich wirklich stolz.“ Für weitere Branchenkompetenz sorgen die beiden Gesellschafter EUHA und FDH. Der Slogan der aktuellen Kampagne, „Wir machen Hören gut. Ihre Hörakustiker“ dürfte also mit ausreichend Kompetenz und Gewicht untermauert sein, um die gewünschte Wirkung in der Öffentlichkeit zu entfalten.