Phonaks „Marvel“-Show: "Maximale Begeisterung"

Rund 100 Hörakustiker vor ort


Informierte an seiner Station über die binauralen Anbindungsmöglichkeiten an Smartphones, TV und mehr: Adam Schwarz

Von Ende Oktober bis Anfang Dezember vergangenen Jahres präsentierte Phonak in elf deutschen Städten das bereits auf dem EUHA-Kongress vorgestellte Hörsystem „Audéo Marvel“. Mit den Roadshows will der Hersteller sein neues Produkt so breit wie möglich in den Markt einführen.

Am 5. Dezember machte die „Marvel“-Show Station in Hamburg. Rund 100 Hörakustiker waren der Einladung des Herstellers ins H4 Hotel in Hamburg Bergedorf gefolgt. Die allermeisten der Besucher seien im Übrigen keine Mitarbeiter im Retail der Sonova AG gewesen, hieß es von Seiten Phonaks auf Nachfrage der Audio Infos. Das Interesse am neuen Premium-System der Schweizer kann man also durchaus als groß bezeichnen. „Hysterie und Begeisterung sind aktuell maximal“, sagt auch Adam Schwarz, Senior Trainer bei Phonak. Nun gehe es darum, dass sich das Produkt behauptet und gutes Feedback einfahre.

Wie schon auf der Roadshow im März vergangenen Jahres gab es lediglich einen Block mit einem frontal gehaltenen Vortrag. In dem gewährte Adam Schwarz in Hamburg nicht nur einen Überblick über die Neuheiten und Trümpfe des „Marvel“. Er zeigte auch einen kurzen Film mit dem Bergsteiger Bernd Kullmann, der einen nach der ersten Anpassung seiner „Marvels“ mit auf einen Berg nimmt, unterwegs wegen der Windgeräusche einen Remote Support seiner Hörakustikerin in Anspruch nimmt und sich am Ende hellauf begeistert zeigt. Zudem präsentierte er Ausschnitte aus dem inzwischen vielfach gesendeten TV-Werbespot von Phonak.

Im Anschluss konnte man sich in kleineren Gruppen an vier Stationen über die verschiedenen Funktionen und Features informieren, mit denen das „Marvel“ aufwartet. An der Station „Die Akku-Revolution geht weiter“ etwa konnte man erfahren, dass sich die Geräte nun, sofern gewünscht, automatisch einschalten, nimmt man sie aus der Ladestation heraus. Und auch einfacher aus dem Charger herausnehmen ließen sich die Systeme nun.


An der Station von Sandra Grote erfuhr man mehr über Hintergründe der hohen Spontanakzeptanz

An der zweiten Station erfuhr man Näheres zum übergeordneten Thema „Liebe auf den ersten Klang“. So habe man vor allem mit Blick auf die Erstkunden eine Verstärkungsstrategie entwickelt, die sowohl ab dem ersten Moment angenehm klinge, als auch bestes Sprachverstehen ermögliche. Damit will Phonak der Abbruchrate etwas entgegensetzen. Denn wie der Hersteller aus einer konzerneigenen Studie weiß: am zufriedensten ist der Kunde im Schnitt nach 2,7 Terminen. Vor allem etwas jüngere Kunden wären eher nicht bereit, für Klangkorrekturen wieder und wieder ihren Akustiker aufzusuchen, hieß es.

Hieran knüpfte man auch an der dritten Station „Appsolut Digital“ an. So wurde hier etwa über den Remote Support informiert, der mithilfe der MyPhonak-App in Verbindung mit den „Marvel“-Systemen möglich ist. Diese Option bringe einen näher an den Kunden, vor allem in der kritischen Phase der ersten beiden Wochen, in denen die Abbruchrate am höchsten sei. Darüber hinaus wurde ein ganz einfach zu implementierender Hörtest für die eigene Website vorgestellt. Optisch auf die eigene Corporate Identity anpassbar, könne man hier dem potenziellen Kunden auch die Möglichkeit geben, nach dem Test einen Termin im Fachbetrieb zu verabreden. Ein Pilot in England, in dem 86.000 Hörtests gemacht wurden, habe so bei 7% der Nutzer zu einem Termin geführt – eine bemerkenswerte Interaktionsquote. An der vierten Station konnte man mehr über die Anbindungsmöglichkeiten zu Smartphones und anderen Bluetooth-fähigen Telefonen  erfahren. Im Gegensatz zum „Audéo B-Direct“ hört man den Anrufer nun auch binaural. Spricht man selbst, greifen die Mikrofone der Hörsysteme die eigene Stimme ab und ermöglichen echte Freisprech-Telefonanrufe. Zudem können TV, Musik, Videos, Hörspiele, Podcasts und mehr gestreamt werden. Selbst einen Ausblick auf den Herbst gab es während der Roadshow schon. Dann nämlich sollen die „Marvel“- mit den „Roger“-Systemen kompatibel sein. Phonaks Wunder ist also etwas längerfristig angelegt.


Etwa 100 Hörakustiker besuchten die Roadshow in Hamburg