Neue Produkte und Service-Tools – Rückblick auf die Industrieausstellung (Teil 2)

OTC-Geräte - "jeder interessiert sich gerade dafür"


In Heft 199 war bereits ein Teil unseres Rückblicks auf die Industrieausstellung des 62. Internationalen Hörakustiker-Kongresses zu lesen. In Anbetracht der vielen Gespräche, die wir auf der Messe an den Ständen mit den Ausstellern führten, druckten wir nun einen zweiten Teil. 

Nicht nur im Nürnberger Convention Center Ost wird an den drei Tagen vom 18. bis zum 20. Oktober dieses Jahres über die Hörbranche gesprochen. Am Abend des 19. Oktobers ploppt das Thema gar in den Tagesthemen auf. Hier berichtet die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl von dem gelungenen Börsengang der Varta AG aus Ellwangen und verweist auf die 130-jährige Tradition des Unternehmens sowie auf die Spezialisierung unter anderem auf Batterien für Hörsysteme. Auf der Industrieschau des 62. Internationalen Hörakustiker-Kongresses freilich ist die Varta AG mit einem eigenen Stand vertreten.

Dass die Ausgabe der neuen Aktien ausgerechnet auf den EUHA-Donnerstag fällt, wertet Torsten Schmerer, General Manager Retail bei Varta Microbattery, als ein gutes Zeichen. „Wir sind ein fester Bestandteil der Hörbranche. Für uns ist der Börsengang ein historischer Moment und macht uns stolz. Natürlich haben wir gehofft, dass unsere Arbeit, von der wir absolut überzeugt sind, positiv bewertet wird. Entsprechend sind wir jetzt alle glücklich, dass der Börsengang gut gelaufen ist. Denn es ist im Prinzip auch eine Bestätigung für die harte Arbeit der letzten 15 Jahre und zeigt uns, dass der Weg, den wir gehen, richtig ist.“ Der endgültige Angebotspreis je Aktie liegt an jenem Donnerstag mit 17,50 Euro am oberen Ende der Angebotsspanne. Mit der Erstnotierung springt der Aktienkurs deutlich auf über 20 Euro. Das Unternehmen beziffert den Bruttoerlös des Börsenganges auf gut 150 Mio. Euro. Diesen möchte die Varta AG Großteils für den Ausbau der Produktionskapazitäten nutzen.


Torsten Schmerer

„Dass wir da sind, wo man uns erwartet, merkt man in allen Geschäftsbereichen. Ob in der Business-Unit Health Care, dem power one Sortiment für die Hörgeräteindustrie, der Geschäftssparte Entertainment oder in den Bereichen Power und Energy – wir wissen, wie man zukunftssichere Lösungen anbietet. Es wird nun die Aufgabe sein, die Erwartungen in der Zukunft zu erfüllen“, sagt Torsten Schmerer.


Die Neuigkeiten auf der Messe zeigen deutlich in diese Richtung. So wurde das Unternehmen nach dem medizinischen Standard ISO 13485 zertifiziert und stellt die verbesserte Produkteigenschaft ERS vor (Energy Retention System), die dem Endverbraucher die Gewissheit gibt, dass die Batterien auch nach längerer Lagerzeit die bekannte maximale Leistung bringen, und kündigt für 2018 eine neue Generation auf aller höchstem Leistungsniveau an.

Im Bereich der kleinen Li-Ionen Speicher gibt es nach Kenntnisstand der Varta AG im Übrigen kein umfänglicheres und leistungsfähigeres Sortiment. Vermarktet werden diese Akkus unter power one Li Ion accu mit dem Gütesiegel ‚power one inside – Made in Germany‘.


  
ReSound präsentiert sich als Vorreiter für vernetztes Besserhören
Im Zentrum des Auftritts vom Hersteller ReSound, der in Nürnberg einmal mehr sein Selbstverständnis als technologischer Vorreiter für vernetztes Besserhören betont, stehen smarte Hörsysteme „Made for all“. Neben dem Spitzen-System ReSound „LiNX 3D“ stellt ReSound das neue Super-Power-Hörgerät „ENZO 3D“ vor. Beide Systeme verfügen über eine neuartige 3D-Orientierung, die die Ausbreitung des Schalls nicht nur horizontal, sondern erstmals auch vertikal erfasst. Wie aktuelle Anwendertests belegen, wird dadurch ein erheblich komfortableres Sprachverstehen erreicht. Verbessert wird auch die Wahrnehmung von Umgebungsgeräuschen.

„Made for all“ sind „LiNX 3D“ und „ENZO 3D“ auch in puncto Konnektivität. Ob Telefonate, Musik, Navigationsansagen, Nachrichten … – für nahezu jedes Smartphone ist Audio-Streaming möglich, bei iOS Mobilgeräten ganz ohne Zubehör. Mit der neuen ReSound „Smart 3D App“ können beide Hörsysteme sehr komfortabel am Touchscreen des Mobilgerätes gesteuert werden – bei iPhone, iPad und iPod touch sowie bei vielen Android Smartphones ganz ohne Zubehör.

Neu ist zudem ein optionaler Cloud-basierter Online-Service, mit dem Hörakustiker ihre Kundenbetreuung erweitern können: Wird der Service bei der Erstanpassung im Fachgeschäft aktiviert, so hat der Kunde fortan die Möglichkeit, den Akustiker seines Vertrauens jederzeit und über alle räumlichen Grenzen hinweg zu erreichen und um Unterstützung zu bitten. Der Hörakustiker kann online Updates auf die Hörsysteme einspielen, während der Hörgeräte-Träger zuhause, am Arbeitsplatz oder im Urlaub weilt.


Der ReSound-Stand

Darüber hinaus präsentiert ReSound mit dem Kinder-Hörgerät „Up Smart“ sowie mit seinen Produktfamilien „Enya“, „Vea“ und „Lex“ ein umfassendes Hörsystem-Portfolio für jedes Hörbedürfnis, für jedes Alter, in allen Preisklassen und in sämtlichen Technikstufen. Gleichfalls Thema: das ReSound Wireless-Zubehör, das bereits im Einsteiger-Segment genutzt werden kann.

Darüber hinaus informiert der Hersteller über seine erfolgreiche strategische Partnerschaft mit Cochlear. Auf einer stark nachgefragten „Hearing Experience Tour“ kann man zudem erste Ergebnisse  der ReSound-Projekt-Kooperationen zur Hörgeräte-Vernetzung mit der Miele & Cie. KG und der Deutschen Bahn AG erleben – ebenso das Hören mit 3D Orientierung und die neue App inklusive Online-Service.

Wie in den Jahren zuvor sind auch wieder Prominente auf der Industrieschau zugegen. Von Fritz Wepper etwa kann man sich am Mittwochnachmittag am Messestand von Oticon ein Autogramm holen und ein Erinnerungsfoto mit ihm schießen lassen. Das Widex-Testimonial Tanja Bülter weilt auch am Donnerstag noch am Messestand ihres Auftraggebers. Darüber hinaus ist auch der Blogger, Autor und Vortragsredner Sascha Lobo am Messemittwoch auf der Messe unterwegs. Im Raum Seoul hält er im Auftrag von Signia vor deren Kunden einen Vortrag über digitale Vernetzung.


Selfies und Autogramme: Fritz Wepper am Oticon-Stand (Foto: Oticon)


Eingecheckt im Bernafon Boutique Hotel

Während die drei EUHA-Kongress-Tage die wohl letzten warmen Tage des Jahres sind, bekommt man im Nürnberger Convention Center Ost wenig von dem schönen Wetter mit. Dass die Anziehungskraft des Internationalen Hörakustiker-Kongresses größer ist als die der Sonne, spiegelt denn auch der mit rund 8.300 Kongressteilnehmern neu aufgestellte Besucherrekord. Ob oben, im Saal Sydney, oder unten, in den Messehallen 3A und 4A: überall kann man beobachten, dass neues Wissen und neue Informationen hier den Vorzug erhalten.

Für Bernafon ist die Industrieschau des 62. Internationalen Hörakustiker-Kongresses eine gute Gelegenheit, die im Sommer dieses Jahres eingeführte „DECS“-Technologie live einem großen Publikum zu präsentieren. Besonders die Vermittlung der audiologischen Idee und die Features liegen dem Hersteller am Herzen. Und so erklären die Produkttrainer am Messestand von Bernafon in diversen Fachvorträgen die einzelnen Bausteine und stellen die mit dem Start von „DECS“ gelaunchte Hörsysteme der „Zerena“-Familie vor. „Das Kundenfeedback war durchweg positiv“, berichtet Carsten Braun, Leiter der Audiologie. Die Idee, für „Zerena“ auf vordefinierte Umgebungsklassifizierungen komplett zu verzichten, scheint also aufzugehen. „Es kam oft vor, dass Hörgerätenutzer während des Anpassprozesses auf ‚Zerena’ umgestiegen sind. Und unsere neue Fitting-Software wurde ebenfalls sehr gut angenommen“, so Carsten Braun weiter.
Angetreten ist der Bernafon-Stand in diesem Jahr als „Bernafon Boutique Hotel“. Unterstrichen wird das Motto nicht nur durch einige dekorative Elemente. Der Schweizer Hotelier Charles Frey, selbst Träger von „Zerena“-Systemen, begrüßt die Standbesucher an der Rezeption mit dem Charme eines schweizerischen Hoteldirektors und weist ihnen den Weg in die Lobby, die Tagungsräume und an die Hotelbar, wo man sich ebenso über das neue Produkt und das zur Messe vorgestellte Zubehör informieren kann.


Einchecken, bitte!

In der Galerie zeigen die Berliner überdies ihre IdO- und Otoplastik-Manufaktur. Für Fragen steht hier Christian Ball, Leiter der Bernafon-Manufaktur, bereit. „Wir sind stolz darauf, als einer der wenigen Hersteller eine eigene Manufaktur bei uns am Standort zu haben. Dies zeigen wir nun auch ganz deutlich mit unserem neuen IdO-Manufaktur-Logo“, sagt Daniela Häußler, Leiterin Marketing.

Überdies nutzt Bernafon die Messe auch, um bevorstehende Neuheiten anzukündigen. So soll zum Jahreswechsel  zunächst mit „ZPower“ die Akku-Lösung für „Zerena“ miniRITE kommen. Flankiert wird die Neuheit von dem „SoundClip-A“. „Damit komplettieren wir unsere Connectivity Linie und ermöglichen unseren Kunden stereophones telefonieren und die Anbindung an alle Bluetooth-Mobiltelefone ab dem BT-Protokoll 2.1“, erklärt Carsten Braun. Der „SoundClip-A“ fungiere außerdem als Fernbedienung, Audio Streamer und externes Mikrofon. „Also ein Gerät für alles – und das auf gerade mal 3x5cm“, wie Carsten Braun konstatiert. Weitere Neuheiten für das kommende Jahr sind geplant. Was genau man erwarten kann, mag man bei Bernafon allerdings noch nicht verraten. Nur so viel: Spannend soll es bleiben.


Hotelier Charles Frey, Messestandbesucher (Foto: Bernafon)

Acousticon: Neue Erfolgsmodule für die Hörakustik

Acousticon präsentiert in diesem Jahr eine Reihe interessanter Neuheiten, mit denen Hörakustiker ihre Arbeit noch erfolgreicher gestalten können: Darunter Produkt- und Software-Updates für bewährte Klassiker wie das Raumklangsystem „Perfect-Sound-Field“ (PSF-2 SE), die mobile Hörstation „EarBox“ oder das modulare Messtechniksystem „ACAM 5“. Mit einem praktischen Stativ zur Kalibrierung der In-Situ-Sonden oder dem 7-teiligen Kupplersatz mit auswechselbaren Volumina-Modulen, kam auch das Zubehör nicht zu kurz. Und mit „MB-360“, stellt Acousticon den Prototypen einer völlig neuartigen Messbox vor, die auf dem Kongress schnell eine große Schar interessierter und begeisterter Hörakustiker findet.

Mit „MB-360“ kommt erstmals eine Messbox auf den Markt, die sowohl als offene wie auch geschlossene Messbox eingesetzt werden kann. Das Interesse der Messebesucher ist entsprechend groß: Obwohl vorerst lediglich der Prototyp vorgestellt wird, kann Acousticon bereits in Nürnberg etliche Vormerkungen für die geplante Serienproduktion entgegennehmen. Dabei überzeugt nicht allein die Modularität der Messbox: Begeistert zeigen sich die Hörakustiker auch über den 360°-Drehteller, der zahlreiche Funktionen und Features bietet, die außergewöhnliche Messbox-Messungen ermöglichen – von der Direktionalitätsmessung mittels Polardiagramm über den Richtmikrofon-Schnelltest bis hin zur Separationsmessung in Echtzeit oder auch den komfortablen ABC-Vergleich von bis zu drei Hörsystempaaren mit unterschiedlichen Schallsignalen aus verschiedenen Richtungen.


lMB 360 von Acousticon (Foto: Acousticon)

„Sämtliche Neuentwicklungen aus dem Hause Acousticon erfolgen speziell mit dem Fokus auf den Bedarf und die Bedürfnisse der täglichen Hörakustikarbeit“, so Christopher Bonsel. Dabei lege man großen Wert auf die Entwicklung zukunftsorientierter Produkte, die ebenso für Flexibilität wie für eine anhaltende Wertbeständigkeit stehen und die Voraussetzung mitbringen, Arbeitsprozesse strategisch sinnvoll, effektiv und gewinnbringend zu gestalten. Erreicht werde das beispielsweise durch eine durchdachte, modulare Bauweise sowie ein optimiertes Zusammenspiel unterschiedlicher Produkt-, Equipment- und Zubehörkomponenten. „Für uns war der diesjährige EUHA-Messeauftritt ein Riesenerfolg. Denn wir hatten einen echten Eye-Catcher auf dem Kongress – Die ‚MB-360’ mit automatisch drehbaren Lautsprechern“, bilanziert der Audiologe Christopher Bonsel im Nachgang.

Interton
„Keine vollmundigen Werbeversprechen, kein technologischer Schnick-Schnack und kein Cent zu viel …“ Dass die neue Positionierung von Interton ankommt, kann man dieser Tage in Nürnberg einmal mehr erleben.

Messe-Neuheit ist Hörsystem „Step2go“, sozusagen eine Im-Ohr-Lösung „to go“. Das kleine System sitzt diskret im Gehörgang seines Trägers. Dank komfortablem Standardgehäuse kann es bereits nach dem ersten Besuch beim Hörakustiker getragen werden – und es bietet dennoch die audiologischen Vorteile von Im-Ohr-Hörgeräten. Laut Hersteller ist „Step2go“ für 80 Prozent aller Ohren geeignet; optional sorgt ein kleiner Gummiring für optimalen Sitz. Das System analysiert fortlaufend das akustische Umfeld und passt die Verstärkung automatisch an; manuelles Umschalten ist nicht erforderlich. Der Rückkopplungsmanager Plus soll bestes Hörerleben sichern.

Darüber hinaus stellt das Team von Interton den Messe-Besuchern formschöne Winkel- und Ex-Hörer-Hörsysteme, ein Sortiment an klassischen Im-Ohr-Lösungen sowie spezielle Lösungen für Menschen mit hochgradigem Hörverlust und einseitiger Taubheit vor. Im Basis-Segment stehen mit Interton „Share“ sowohl HdO- als auch IdO- und RIC-Bauformen zur Verfügung. In den höheren Technik-Levels wird mit den Produktfamilien „Step“ und „Centro“ hinsichtlich Funktionalität und Design weiter ausdifferenziert. Hier gibt es auch innovative Vernetzungsoptionen auf Basis von 2,4 GHz.

„Audiologisches Spitzenprodukt ist Interton ‚Step 6’“, so Interton Produkt-Manager Christian Baltusis. „Bei diesem System mit externem Hörer bestimmt nicht mehr die Technik, welches Signal von Interesse ist. Mittels erweiterter asymmetrischer Direktionalität kann der Hörsystem-Träger intuitiv entscheiden, was für ihn zählt und was nicht.“ Weiteres technologisches Highlight ist Interton „Centro 6“: „Dank seiner Funktionalität Made for iPhone kann das Hörerleben hier auch am iPhone, iPad oder iPod touch gesteuert werden. Telefonate, Musik, Ansagen – sämtlicher Sound wird ohne jedes Zubehör in die Systeme übertragen. Für Nutzer von Android-Geräten ist dies in Verbindung mit dem Interton Telefonclip 2 möglich.“

Komplettiert wird das Angebot durch das leistungsstarke und sehr robuste Super-Power-Hörsystem Interton „Gain“ sowie durch „SureFit CROS/BICROS“, eine kabelgebundene Lösung für Menschen mit einseitiger Taubheit.



„Aus der Praxis für die Praxis.“ – Messestand von Egger

Egger – damit im Ohr alles passt!
Viele Jahre lag bei Egger der Schwerpunkt auf der Messe bei Otoplastik und Labortechnik als Dienstleistung. Nachdem der allgäuer Otoplastik-Spezialist auf der EUHA 2016 mit „evolupt 3|64“ und dem „evolupt 3|128“ aber erstmals zwei verschiedene 3D-Drucker gezeigt hatte, drang man in neue Gefilde ein. Diesen Weg geht Egger auf der diesjährigen Industrieschau konsequent weiter. Zum einen gibt Egger bekannt, eine Zusammenarbeit mit zwei weiteren 3D-Drucker-Herstellern eingegangen zu sein. „Die Kooperationen, die wir neben W2P mit Asiga und MiiCraft eingegangen sind, waren wichtig. Unter der Marke ‚evolupt’ bieten wir somit 3D-Drucker für jeden Bedarf an. Diese verfügen über unterschiedlich große Bauplattformen und entsprechen der neuesten Druckergeneration“, erklärt Andreas Schwer, Leitung Gehörschutz- und Otoplastik-Vertrieb. Das ist aber nur einer von drei Schritten, die man sich hinsichtlich 3D-Druck ausgedacht habe. Denn eine weitere Grundlage bilde die Kooperation mit 3Shape, die Egger ebenso in diesem Jahr einging. Sie ermöglicht sowohl den Vertrieb der neuen 3Shape Scanner „A1“ und „A1+“, als auch den Vertrieb des 3shape „EarMoldDesigners“, „ShellDesigners“, „ShellManagers“ und der „CAMbridge“-Software. Mit den dazugehörigen Materialien für die Herstellung von Otoplastiken, Im-Ohr-Schalen und Gussformen, den speziellen Licht- und Ultraschallgeräten, sei es für Egger nun möglich, die komplette 3D-Druck-Prozesskette anzubieten. „Hörakustiker bekommen mehr Freiheit durch offene 3D-Druck-Systeme. Wenn ein Kunde aus einer gelungenen Materialpartnerschaft kommt und nur den Drucker bei uns erwerben möchte, ist das in der Regel schon alles aufeinander abgestimmt. Wiederum profitieren unsere Kunden gerade davon, dass sie von Egger als Systemanbieter alles aus einer Hand erhalten können. Dazu steuern wir unsere Erfahrung und Unterstützung aus der Praxis für die Praxis bei. Das macht uns einzigartig,“ freut sich Dietmar Ungar, Geschäftsführer bei Egger in Kempten.
 
„Tempus“ nun auch in den IdO-Systemen von Unitron
In Halle 3A gibt es in diesem Jahr eine Art Sonova-City. Links am Hauptgang befindet sich der Phonak-Stand (siehe Interview mit Martin Heierle und Thomas Lang im kommenden Heft), dahinter folgt der von Hansaton. Rechts am Hauptgang, gegenüber von Hansaton, findet man den Stand von Audia Akustik, gegenüber des Phonak-Standes hat Unitron Position bezogen. Hier präsentiert Unitron-Geschäftsführer Jochen Meuser gemeinsam mit seinem Team die im Februar gelaunchte Plattform „Tempus“, die zunächst im RIC- und HdO-Bereich eingeführt wurde. Sie soll in der Lage sein, Sprache wesentlich genauer und schneller zu erkennen als Unitrons vorherige Plattform „North“. Die Grundlage hierfür bildet ein um 50% leistungsfähigerer Chip, der mit Features wie der „SoundCore“-Technologie ausgestattet ist. Nun setzt Unitron die neue Plattform auch in der IdO-Produktlinie ein. „Die ‚Tempus’-Plattform stößt bei den Hörakustikern auf starkes Interesse, da mit ihr räumliche Wahrnehmung möglich ist und man nun direkt hören kann, aus welcher Richtung eine Stimme tatsächlich kommt“, erklärt Unitron-Vertriebsleiter Karl Beck.


Sehr beliebt: Unitron-Waffeln!

Mit der neuen IdO-Familie „Inser“ sowie dem wiederaufladbarem HdO-Hörsystem „Strid M R“ präsentiert Unitron zudem zwei weitere Highlights. „Stride M“ gewann in diesem Jahr wieder einmal den Red Dot Award, den Unitron damit zum fünften Mal hintereinander einfährt. „Wir entwickeln unsere Produktpalette ständig weiter. Design ist dabei ein wichtiges Element. Wir wollten aber unseren Blick auch auf die Akkutechnologie richten. Denn wir haben verstanden, wie wichtig unseren Kunden Zuverlässigkeit und Flexibilität ist. Um diese für unsere Kunden zu erreichen, haben wir uns deshalb für die Silber-Zink-Technologie entschieden. Zum einen können Hörgeräteträger, die beispielsweise bereits ein ‚Stride M’ besitzen, dieses entsprechend nachrüsten. Zum anderen kann man jederzeit auch auf eine herkömmliche Batterie umsteigen, falls der Nutzer mal sein Ladegerät vergessen hat“, erklärt Jochen Meuser.

Einen weiteren Schwerpunkt setz Unitron auch in diesem Jahr mit Strategien rund um das sogenannte „Flex“-Konzept. Die Weiterentwicklung dieser Strategie sei, so Jochen Meuser, noch lange nicht am Ende. „Die ‚Flex’-Idee wird ständig weitergesponnen. Als Pionier in der Hörbranche mit dieser Technologie haben wir jede Menge Erfahrungen gesammelt und versuchen natürlich, diese ständig in unser Konzept mit einfließen zu lassen, weil wir unsere Kunden weiterhin begeistern wollen. Denn es geht letztendlich immer um zwei Sachen: Das Kundenerlebnis und die Weiterempfehlung durch zufriedene Kunden. Dafür müssen sich Akustiker differenzieren können und wir geben ihnen hierfür mit dem ‚Flex’-Konzept die notwendigen Instrumente“, so Jochen Meuser.


Messestand von Unitron

opta data knüpft mit Produkten und Services an den Alltag der Hörakustiker an

Unter dem Motto „Arbeitsprozesse erleichtern“ und „Kernkompetenzen stärken“ steht der Messeauftritt der opta data Abrechnungs GmbH. Unmittelbar neben dem Audio Infos Messestand können bei dem Dienstleistungsspezialisten aus Essen alle Services rund um die Abrechnung, die digtiale Kommunikationsplattform „opta data one“ und der Telefonservice von „odDialog“ erfragt werden.

Eine positive Bilanz zur diesjährigen Messe zieht am Mittag des EUHA-Freitags Richard Gäbel, Leiter strategische Geschäftsfeldentwicklung der opta data Abrechnungs GmbH: „Die Produkte und Services der opta data knüpfen direkt an den Arbeitsalltag der Hörakustiker an und schaffen Freiräume für ein professionelles, audiologisches Arbeiten. Uns ist es wichtig, dass sich unsere Besucher ein Bild von den individuell auf die Arbeitsprozesse von Hörakustikern zugeschnittenen Lösungen der opta data machen können. Ein stetiger Besucherstrom an unserem Stand sowie ein wertvoller Austausch mit der Branche machen den EUHA 2017 zu einem vollen Erfolg.“


Messestand von Opta Data/odWeb.TV

Ein Beispiel für die prozessorientieren Lösungen der opta data ist das Online-Portal „opta data one“. Das Tool, das 2016 vorgestellt wurde, funktioniert wie ein Intranet, das sämtliche internen Arbeits- und Informationsprozesse auf einer Oberfläche vereint. Verschiedene Widgets, vom Firmennews-Widget über ein Tool zur Aufgabenverwaltung bis hin zum internen Firmenchat, über den Nachrichten schnell und datenschutzkonform kommuniziert werden können, lassen sich auf dem Dashboard individuell zusammenstellen. „opta data one“ ermöglicht zudem einen zentralen Zugang zu den verschiedenen opta data Anwendungen, wie zum Beispiel dem Online Kundencenter oder dem Monitor-Marketing-System odWeb.tv.

In aller Munde, in vielen Hörsystemen: ZPower
Eine Firma, deren Name in Gesprächen auf der Fachausstellung immer wieder fällt, ist ZPower. Das im Süden Kaliforniens beheimatete Unternehmen hat sich einen Namen gemacht als Lieferant von Akku-Lösungen für Hörsysteme. Fünf der sechs großen Hörsystem-Hersteller zählen zu den Kunden. Sie alle setzen, zumindest für eine ihrer Marken, derzeit auf die wiederaufladbaren Silber-Zink-Batterien Made in USA.

Der Stand der Amerikaner findet sich ganz unprätentiös in einer der hinteren Ecken von Halle 3A. Hier kann man am Freitagvormittag mit Prof. Dr. Barry Freeman, Vice President of Business Development, ins Gespräch kommen. Vor einigen Jahren war Freeman Senior Director of Audiology and Education bei Starkey. Er kennt sich aus in der Branche.
Die Geschichte der Silber-Zink-Akkus reicht weit zurück, erzählt er. Schon bei den Apollo-Missionen der NASA seien sie zum Einsatz gekommen. ZPower, 1997 gegründet, trieb dann die kommerzielle Nutzung voran. So fanden sich deren Silber-Zink-Akkus eine Zeit lang vor allem in Notebooks.

Dass man heute in der Hörbranche über diese Akkus spricht, ist wohl der Frau des ZPower-Gründers Ross E. Dueber Ph.D zu verdanken. Die Audiologin hatte ihn auf die Einsatzmöglichkeiten der Silber-Zink-Akkus hingewiesen, gelinge es, sie zu miniaturisieren, berichtet Freeman. Gleichzeitig habe man daran gearbeitet, die Lebensdauer der Akkus weiter zu erhöhen. Dabei behilflich waren auch viele Audiologen.


Barry Freeman, Vice President of Business Development bei ZPower

Heute arbeitet das Gros der Hersteller mit ZPower zusammen, integriert deren System in seine Hörsysteme, bietet gemeinsam entwickelte Ladestationen an und nutzt das in der Batterielade verbaute Energiemanagementsystem. Basis aber sei die hohe Energie-Speicher-Kapazität der Silber-Zink-Verbindung. Ein weiterer Vorteil sei, dass Silber-Zink-Akkus nicht entflammbar seien. „Und die Zellen sind komplett recyclebar und damit eine grüne Energiequelle“, ergänzt er.

Was außerdem für die Silber-Zink-Verbindung spreche ist, dass man die Zellen sehr klein designen kann. „Aktuell sind wir noch auf die 312er-Größe fokussiert, weil die die am meisten genutzte ist“, erklärt Barry Freeman. Schon bald aber werde ZPower die 13er-Größe präsentieren. An einer weiteren Vergrößerung der Speicherkapazität werde ebenfalls gearbeitet, was die ZPower-Lösungen wohl auch für CI-Hersteller interessant machen könnte. Eine weitere Verbesserung der Lade-Algorithmen stellt Freeman ebenso in Aussicht.

In der Eigenwahrnehmung sieht sich ZPower als klassischen Lieferanten, der sich nicht auf einzelne Hersteller als Kunden festlegen mag – genau wie der Mikrofonhersteller Knowles. „Wir sind für alle da und haben einige wundervolle Partnerschaften“, konstatiert Freeman. Andere Abnehmer als die Hersteller habe man in der Hörbranche nicht im Visier. So sei man auf der Fachausstellung mit seinem Stand vor allem als Ansprechpartner für direkte Kunden sowie für Kunden der eigenen Kunden präsent. Und natürlich böte die Messe ein interessantes Schaufenster in die neuesten Entwicklungen und Trends der Branche.

Darüber hinaus hielt Barry Freeman am Mittwoch im Rahmen des Kongressprogramms einen Vortrag über OTC-Geräte. Es war der erste nach dem Festvortrag. Unter den Zuhörern waren auch einige Investmentbanker, die ihn anschließend mit Fragen löcherten. „Jeder interessiert sich gerade dafür“, sagt der Amerikaner.

Dass OTC-Geräte Hörsysteme würden ablösen können, glaubt er im Übrigen nicht – jedenfalls dann nicht, wenn es Audiologen und Akustikern gelingt, nicht mehr das Produkt, also das Hörsystem, in den Fokus der eigenen Arbeit zu stellen, sondern die Beratung und die Dienstleistung.