Neue Produkte und Service-Tools – Rückblick auf die Industrieausstellung (Teil 2)

opta data knüpft mit Produkten und Services an den Alltag der Hörakustiker an

Unter dem Motto „Arbeitsprozesse erleichtern“ und „Kernkompetenzen stärken“ steht der Messeauftritt der opta data Abrechnungs GmbH. Unmittelbar neben dem Audio Infos Messestand können bei dem Dienstleistungsspezialisten aus Essen alle Services rund um die Abrechnung, die digtiale Kommunikationsplattform „opta data one“ und der Telefonservice von „odDialog“ erfragt werden.

Eine positive Bilanz zur diesjährigen Messe zieht am Mittag des EUHA-Freitags Richard Gäbel, Leiter strategische Geschäftsfeldentwicklung der opta data Abrechnungs GmbH: „Die Produkte und Services der opta data knüpfen direkt an den Arbeitsalltag der Hörakustiker an und schaffen Freiräume für ein professionelles, audiologisches Arbeiten. Uns ist es wichtig, dass sich unsere Besucher ein Bild von den individuell auf die Arbeitsprozesse von Hörakustikern zugeschnittenen Lösungen der opta data machen können. Ein stetiger Besucherstrom an unserem Stand sowie ein wertvoller Austausch mit der Branche machen den EUHA 2017 zu einem vollen Erfolg.“


Messestand von Opta Data/odWeb.TV

Ein Beispiel für die prozessorientieren Lösungen der opta data ist das Online-Portal „opta data one“. Das Tool, das 2016 vorgestellt wurde, funktioniert wie ein Intranet, das sämtliche internen Arbeits- und Informationsprozesse auf einer Oberfläche vereint. Verschiedene Widgets, vom Firmennews-Widget über ein Tool zur Aufgabenverwaltung bis hin zum internen Firmenchat, über den Nachrichten schnell und datenschutzkonform kommuniziert werden können, lassen sich auf dem Dashboard individuell zusammenstellen. „opta data one“ ermöglicht zudem einen zentralen Zugang zu den verschiedenen opta data Anwendungen, wie zum Beispiel dem Online Kundencenter oder dem Monitor-Marketing-System odWeb.tv.

In aller Munde, in vielen Hörsystemen: ZPower
Eine Firma, deren Name in Gesprächen auf der Fachausstellung immer wieder fällt, ist ZPower. Das im Süden Kaliforniens beheimatete Unternehmen hat sich einen Namen gemacht als Lieferant von Akku-Lösungen für Hörsysteme. Fünf der sechs großen Hörsystem-Hersteller zählen zu den Kunden. Sie alle setzen, zumindest für eine ihrer Marken, derzeit auf die wiederaufladbaren Silber-Zink-Batterien Made in USA.

Der Stand der Amerikaner findet sich ganz unprätentiös in einer der hinteren Ecken von Halle 3A. Hier kann man am Freitagvormittag mit Prof. Dr. Barry Freeman, Vice President of Business Development, ins Gespräch kommen. Vor einigen Jahren war Freeman Senior Director of Audiology and Education bei Starkey. Er kennt sich aus in der Branche.
Die Geschichte der Silber-Zink-Akkus reicht weit zurück, erzählt er. Schon bei den Apollo-Missionen der NASA seien sie zum Einsatz gekommen. ZPower, 1997 gegründet, trieb dann die kommerzielle Nutzung voran. So fanden sich deren Silber-Zink-Akkus eine Zeit lang vor allem in Notebooks.

Dass man heute in der Hörbranche über diese Akkus spricht, ist wohl der Frau des ZPower-Gründers Ross E. Dueber Ph.D zu verdanken. Die Audiologin hatte ihn auf die Einsatzmöglichkeiten der Silber-Zink-Akkus hingewiesen, gelinge es, sie zu miniaturisieren, berichtet Freeman. Gleichzeitig habe man daran gearbeitet, die Lebensdauer der Akkus weiter zu erhöhen. Dabei behilflich waren auch viele Audiologen.


Barry Freeman, Vice President of Business Development bei ZPower

Heute arbeitet das Gros der Hersteller mit ZPower zusammen, integriert deren System in seine Hörsysteme, bietet gemeinsam entwickelte Ladestationen an und nutzt das in der Batterielade verbaute Energiemanagementsystem. Basis aber sei die hohe Energie-Speicher-Kapazität der Silber-Zink-Verbindung. Ein weiterer Vorteil sei, dass Silber-Zink-Akkus nicht entflammbar seien. „Und die Zellen sind komplett recyclebar und damit eine grüne Energiequelle“, ergänzt er.

Was außerdem für die Silber-Zink-Verbindung spreche ist, dass man die Zellen sehr klein designen kann. „Aktuell sind wir noch auf die 312er-Größe fokussiert, weil die die am meisten genutzte ist“, erklärt Barry Freeman. Schon bald aber werde ZPower die 13er-Größe präsentieren. An einer weiteren Vergrößerung der Speicherkapazität werde ebenfalls gearbeitet, was die ZPower-Lösungen wohl auch für CI-Hersteller interessant machen könnte. Eine weitere Verbesserung der Lade-Algorithmen stellt Freeman ebenso in Aussicht.

In der Eigenwahrnehmung sieht sich ZPower als klassischen Lieferanten, der sich nicht auf einzelne Hersteller als Kunden festlegen mag – genau wie der Mikrofonhersteller Knowles. „Wir sind für alle da und haben einige wundervolle Partnerschaften“, konstatiert Freeman. Andere Abnehmer als die Hersteller habe man in der Hörbranche nicht im Visier. So sei man auf der Fachausstellung mit seinem Stand vor allem als Ansprechpartner für direkte Kunden sowie für Kunden der eigenen Kunden präsent. Und natürlich böte die Messe ein interessantes Schaufenster in die neuesten Entwicklungen und Trends der Branche.

Darüber hinaus hielt Barry Freeman am Mittwoch im Rahmen des Kongressprogramms einen Vortrag über OTC-Geräte. Es war der erste nach dem Festvortrag. Unter den Zuhörern waren auch einige Investmentbanker, die ihn anschließend mit Fragen löcherten. „Jeder interessiert sich gerade dafür“, sagt der Amerikaner.

Dass OTC-Geräte Hörsysteme würden ablösen können, glaubt er im Übrigen nicht – jedenfalls dann nicht, wenn es Audiologen und Akustikern gelingt, nicht mehr das Produkt, also das Hörsystem, in den Fokus der eigenen Arbeit zu stellen, sondern die Beratung und die Dienstleistung.