Neue Produkte und Service-Tools – Rückblick auf die Industrieausstellung (Teil 1)

Neue Sets von Sennheiser
Auch für Sennheiser zählt die Fachausstellung zu den Pflichtveranstaltungen. Das Familienunternehmen sieht sich als einen der führenden Hersteller von Kopfhörern, Mikrofonen und drahtloser Übertragungstechnik und nutzt die Messe, um gleich zwei Produkte aus seinem Audiologie-Portfolio zu launchen: das Set 880 und das Set 860. Beide sind, erklärt die Portfolio Managerin Audio Application Irene Strüber, Weiterentwicklungen der bekannten Kinnbügelmodelle und bieten einen „kristallklaren und verbesserten Klang und damit unkomplizierten und langanhaltenden Fernsehspaß“. Beide Sets sollen exklusiv über die Hörakustik-Fachgeschäfte vertrieben werden. Die zwei Sets arbeiten mit einem Sender, den man an den Fernseher anschließt, und einem Kinnbügelhörer, der über die 2,4 GHz-Technologie das Signal vom Sender empfängt. „Damit kann sich der Kunde flexibel bewegen“, erklärt Irene Strüber. Die Reichweite der Sets soll bei etwa 70 Metern liegen. Neben dem digitalen gibt es auch einen analogen Anschluss, den man zum Beispiel an sein Radio stecken kann. Per Knopfdruck lässt sich bei dem Set 880 dann bequem zwischen den beiden Signalen wechseln. „Das größte Problem für viele Senioren ist ja das Anschließen“, weiß Irene Strüber. Bei Sennheiser setzt man daher auf eine einfache Farbkodierung – blau auf blau, gelb auf gelb. „Und wenn man es einmal angeschlossen hat, muss man nichts mehr umstecken“, erklärt die Portfolio Managerin. Das Set 880 verfügt über fünf Hörprofile, das Set 860 über drei. Die Profile bieten verschiedene Frequenzanhebungen und –senkungen – eine gemeinsame Entwicklung von Sennheiser und dem Fraunhofer IDMT. „Außerdem haben wir zusammen mit dem Fraunhofer Institut festgestellt, dass Menschen mit ähnlichen oder gar gleichen Hörverlusten dennoch verschiedene Hörprofile unserer Produkte nutzen“, erzählt Irene Strüber. „Wir führen das auf die Hör-Präferenzen unserer Kunden zurück. Daher sagen wir auch nicht, dass ein bestimmtes Profil für einen bestimmten Hörverlust geeignet ist.“ Jeder Kunde soll selbst entscheiden, welches Profil für ihn am besten klingt. Die Lautstärke lässt sich bei beiden Sets für die linke wie rechte Seite individuell regeln. Die Akkus sollen Energie für bis zu 18 Stunden liefern.

Beide Sets verfügen außerdem über eine Sprachverständlichkeitstaste. „Darüber werden die Hintergrundgeräusche aus dem TV-Signal reduziert und die Sprache angehoben“, erklärt Irene Strüber. Des Weiteren präsentiert Sennheiser auf der Messe das Flex 5000, das sich aufgrund seiner individuelleren Nutzungsmöglichkeiten – man kann hier eigene Kopfhörer per Miniklinke anschließen – an eine jüngere Zielgruppe richtet, wie Irene Strüber betont. Und auch die RS 5000- sowie die RS 2000-TV-Kopfhörer sind am Messestand zu sehen. Am Stand des Familienunternehmens aus der Wedemark bei Hannover drehte sich also alles um TV-Erlebnisse in hoher Klangqualität.  


Der DETAX-Stand

„Werkstoff 4.0“ bei Detax 

Unter dem Motto „WERKSTOFF 4.0“ präsentierte Detax, der Materialspezialist aus Ettlingen, neue Hochleistungs-Komposite und geballtes Know-how zum Thema 3D-Druck, Abformung und Medizinprodukte. Im Fokus standen dabei die biokompatiblen „LUXAPRINT®“ & „MEDICALPRINT®“-Kunststoffe, die in allen offenen 3D-Druckern Anwendung finden können. Darüber hinaus konnten die Besucher des Detax-Messestandes Fachvorträge namhafter Experten verfolgen. Afh-Dozent Ulrich Voogdt etwa gab wertvolle Hinweise und Tricks in der Abformtechnik. Aber auch zu 3D-Anwendungen und den besonderen Anforderungen an gedruckte Medizinprodukte wurde in Vorträgen ausführlich informiert. Ebenso auf großes Interesse stießen beim Fachpublikum die „LUXAPRINT®“-Materialien zur digitalen Herstellung transparenter Ohrstücke, bunter Gehörschutzplastiken, Hörgeräteschalen oder dünnwandiger Castformen. Denn parallel zu den Vorträgen zeigten Detax-Techniker einige Meter weiter in einem Live-Labor neue Detax-Materialien, wie zum Beispiel luxaprint® softseal, der erste weichelastische Silikonüberzug für harte Otoplastiken oder luxaprint® shellac color, eine dauerhafte Farblackierung für 3D gedruckte Ohrstücke. Weitere Highlights: Der cast separator PU für die Herstellung thermoelastischer PU-Otoplastiken mit der 3D-Casttechnik, bioflex, ein universelles Langzeitsilikon zur Gehörschutzfertigung oder addition Junior/ DIC, das speziell entwickelt wurde, um tiefe, drucklose Abformungen zu ermöglichen. „Der immense Besucher- andrang auf unserem Messestand verdeutlichte einmal mehr den hohen Stellenwert moderner Werkstoffe als entscheidender Treiber für die Entwicklung immer neuer Applikationen. Hochdifferenzierte Materialeigenschaften ermöglichen schon heute die Optimierung und Beschleunigung der Fertigungsprozesse unserer Kunden. Mit unserer hochspezialisierten Entwicklungskompetenz für medizinische Werkstoffe sind wir als führender Hersteller von Silikonen, lichthärtenden Kunststoffen und Hochleistungs-Kompositen für den 3D Druck weiter auf Erfolgskurs; das hat die EUHA 2017 wieder eindrucksvoll belegt“, bilanzierte Geschäftsführerin Ursula Juretzki-Mangold. 


Hielt am Messestand von Detax Vorträge: Ulrich Voogdt

Innovation aus Tradition bei Dreve 

In Halle 4A, rechts vom Haupteingang, präsentierte die Dreve Otoplastik GmbH in einem einladenden und informativen Ambiente ihre Highlights 2017 aus der Welt der digitalen Otoplastik- und Laborfertigung. Als Hersteller von Otoplastiken begleitet Dreve die Hörsystemversorgung seit vielen Jahren vollkommen digital: Angefangen vom Einscannen der Ohrabformung über die Onlinebestellung bis hin zur digitalen Produktion des gesamten Otoplastik-Portfolios. Das Otoplastik-Bestellportal SmartOrder spielt dabei eine wichtige Rolle und wurde um weitere Zusatzfunktionen ergänzt, damit das Bestellen noch einfacher und komfortabler wird. Der Hörakustiker kann nun zum Beispiel den Status seiner Bestellung online mit der Statusfunktion abrufen und weiß so genau, wann die Otoplastik im Fachgeschäft eintrifft.  Ein weiteres Highlight stellte die Universal-Otoplastik RIC unifit dar, die zu vielen Ex-Hörer-Systemen auf dem Markt passt. Die hauchdünne RIC-Air-Otoplastik aus VarioTherm® und FotoTec® zeichnet sich durch eine Wandstärke von < 1 mm aus und kann nahezu unsichtbar im Ohr getragen werden. Außerdem stellte Dreve auch wieder sein umfassendes Produktportfolio an 3D-Materialien für die digitale Herstellung von Otoplastiken, IdO-Schalen und Castformen vor, neben dem bewährten Produktportfolio an Abformmaterialien für jede Situation. Ein umfassendes Angebot an speziell gefertigten Gehörschutz-Otoplastiken mit verschiedenen Filtersystemen sowie die OtoVita® Pflegeserie für Hörsysteme rundeten das Dreve Produktportfolio ab. 


Dreve präsentierte Highlights aus der Welt der digitalen Otoplastik und Laborfertigung